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San Cristóbal, die zweite

So, jetzt bin ich schon den zweiten Tag hier und kann ein bisschen mehr schreiben.
Gestern habe ich mir die Stadt ein wenig angeschaut, bin allerdings eher ziellos durch die Gegend gelaufen um einen ersten Eindruck zu bekommen. Die Stadt an sich ist echt wunderschön! Ganz viele kleine Gassen und schöne Häuser, jede Menge Kirchen und verwinkelter Ecken. Dazu dann der Markt, der wohl zu den buntesten gehört, die ich gesehen habe. Da gibt es echt Berge von Obst und Gemüse aller Arten, daneben dann lebende Tiere (Hühner, Puten, Schweine...) und was man sonst noch so zum Leben braucht. Auch wieder Kunsthandwerk in allen Varianten (ich hab ja noch nicht genug eingekauft...).
Die Schattenseite der Stadt habe ich aber auch ganz schnell mitbekommen. Man wird hier echt an jeder Ecke angebettelt, zum Teil von Kindern, die höchstens vier oder fünf Jahre alt sind. Das ist echt extrem heftig und ich hab es so hier noch nicht erlebt... und ich kann ja nicht jedem etwas geben oder abkaufen und das hat mich gestern erst einmal echt umgehauen. Dazu dann die Müdigkeit und die plötzliche und nicht mehr gewohnte Einsamkeit. War schon ein seltsames Gefühl. Ich hab mich dann ersteinmal ins Internet verzogen und mich echt gefreut, in der virtuellen Welt ein paar reale Bekannte getroffen zu haben. Danke vor allem an Ina und Christian, ich hab das gestern echt gebraucht! Dass Maria auf einmal nicht mehr da ist, nachdem wir 6 Wochen in einem Zimmer geschlafen haben und auch sonst fast rund um die Uhr zusammen waren, das ist schon sehr seltsam...Conchis!!!
Naja, ich bin dann früh ins Bettchen und hab 10 Stunden geschlafen, bis heute früh der Wecker geklingelt hat.
Ich war heute nämlich mit einer der berühmt berüchtigten Touri-Touren unterwegs...es ging erst zum Cañon del Sumidero, wo wir mit 14 Touris in Langnese-Schwimmwesten eine Bootsfahrt durch diese echt eindrucksvolle Schlucht gemacht haben (musste an Sebastian denken...), und das in echt brütender Hitze - also hab ich mich irgendwann meiner Schwimmweste endledigt. Ertrinken wäre im Falle des Kenterns wohl auch nicht mein Problem gewesen, wenn man an das Krokodil denkt, was zwar schlafend in der Sonne lag...aber wenn Futter vorbeischwimmt... aber die Fahrt war echt nett, mal zwei Eindrücke:


Danach ging es dann weiter nach Chiapa de Corzo, einer netten kleinen Stadt, wo wir ein wenig Zeit hatten, uns umzusehen und was zu essen...
Das vielleicht ein wenig seltsamste und nervigste kam zum Schluss...eine der berüchtigten Tourifallen, wo man doch noch schnell ein paar Maya-Produkte kaufen sollte...war aber nur ein kurzes Intermezzo.
Alles in allem war die Tour aber sehr nett, auch wenn man mit den anderen nicht so ins Gespräch kam... morgen werde ich gleich die nächste machen, dann geht es nach Palenque...
1.4.06 03:56


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Agua Azul, Misol-Ha und Palenque

Gestern habe ich dann gleich noch einen dieser phantastischen Touri-Trips gemacht. Sie haben halt echt den Vorteil, dass man viel zu sehen bekommt und nicht alleine unterwegs ist. War auch sehr nett, noch besser als der vom Tag vorher.
Wir waren mit 12 Mann unterwegs, darunter auch ein deutsch-schweizer Pärchen, die seit über neun Monaten mit dem Rad unterwegs sind, in Nordkanada angefangen haben und bis nach Argentinien wollen...krasser Trip. Aber sie waren sehr nett und man konnte so schön deutsch mit ihnen reden.
Es ging recht früh los, um 6:30, war ja auch weit. Gegen elf waren wir dann beim ersten Wasserfall: Agua Azul. Sehr beeindruckend, und echt türkis (daher der Name, logisch...). Hier mal ein Foto:

Was mich aber echt umgehauen hat, war das Wetter da. San Cristobal liegt ja auf gut 2000 Metern, hier ist es zwar auch warm, aber nachts wird es ziemlich frisch. Und diese ganzen Ziele des gestrigen Trips liegen halt mitten im Dschungel. Und die Luftfeuchtigkeit haut einen echt ziemlich um, wenn man es nicht gewöhnt ist. Aber man konnte in dem Wasserfall unten baden, das Wasser war ziemlich kalt, hat aber extrem gut getan...bloss kam ich leider hinterher kaum noch in meine Jeans rein....
Danach ging es dann zu Wasserfall Nummer 2, Misol-Ha. Der war wohl Filmkulisse in Predater oder so ähnlich...war im Vergleich zu Agua Azul höher, dafür nicht so blau...aber auch sehr nett:

Danach ging es dann zum Highlight der Tour, nach Palenque. Diese Maya-Stätte liegt mitten im Dschungel, ist also ganz anders als die staubigen, die ich bisher so gesehen habe. Aber trotsdem sehr beeindruckend! Bloss war ich schon so KO von der Hitze, dass ich kaum noch konnte. Aber es wird mitgenommen, was geht...und ich habe auf dem Gelände sogar einen Affen gesehen, der ist einfach so im Baum rumgekletter (ja, ich weiss, dass Affen sowas machen...).
Auch hiervon ein kleines Bild, also von der Ruine, der Affe wollte irgendwie nicht...

Danach ging es dann wieder zurück...der Weg war eigentlich auch erwähnenswert...Kurven, Kurven, Kurven und nochmal Kurven auf einer langsam recht dunklen, natürlich völlig unbeleuchteten Strasse durch den Dschungel, mit Bananenpflanzen an den Strassenrändern...
Ja, war ein netter Tag.
Eins ist mir noch eingefallen...seit ich alleine bin, werde ich ständig von irgendwelchen seltsamen Mexicanern angesprochen, was echt nervt und mich davon abhält, abends das Hotel zu verlassen. Ich hab ja nun, wie die meisten von Euch wissen, in keinster Weise was gegen Mexicaner (Ja, ich weiss, was für Kommentare jetzt kommen...), aber doch bitte nicht auf dem Niveau, das nervt echt und ist ein wirklicher weiterer Nachteil des Alleinereisens!
Hasta Luego!
2.4.06 23:52


Die Erkenntnis des Tages:

Fahr nie zu schnell um eine Kurve, es könnte eine Kuh dahinterstehen!
Und es gibt Kaugummi mit Kardamongeschmack...
4.4.06 02:41


Pueblas Indigenas - Photos

So, aber jetzt. Gestern vormittag habe ich eine Tour zu 2 Indiodörfern hier ganz in der Nähe gemacht. Wir waren insgesamt eine Gruppe von 6 Leuten, dazu unser Führer, der echt sehr nett war und in den Dörfern (die gar nicht so klein sind...) irgendwie jeden kannte und auch Totzil mit ihnen sprach. Wie es da war, ist schwer zu beschreiben, auch wenn es sehr beeindruckend war. Aber was zuerst auffällt ist, dass sich diese Dörfer alle in einer totalen Umbruchphase zu befinden scheinen. Es gibt kaum noch alte Häuser, wie sie sie schon seit Jahrhunderten haben, die meisten sind gerade dabei, Steinjhäuser oder zumindest Häuser mit Aluminiumdach zu bauen, sie haben aber immer noch ihr Feuer in der Mitte, an dem sich die Familie trifft, die Männer sitzen rechts, die Frauen links. Da werden dann Tortillas gebacken und so weiter. Es laufen auch noch die meisten Menschen in der alten Tracht rum, ist also nicht nur hier für die Touris, sie tragen das auch zu Hause. Hier mal eines der wenigen alten Häuser:

Wir waren auch in einer der Kirchen, und die hat mich echt umgehauen. Von aussen sieht sie aus wie eine ganz normale Kirche, wie wir sie auch kennen. Wenn man allerdings reinkommt, betritt man eine andere Welt. Auf dem Boden liegt eine dicke Schicht Tannennadeln, um die Kirche über den Boden zu erheben. Überall sitzen Menschen auf dem Boden, es stehen Unmengen (und damit meine ich Unmengen!) von Kerzen überall, auf dem Boden, auf Tischen, überall stehen Blumen... An den Wänden sind Altäre mit den guten katholischen Heiligen, die den Mayas von den Spaniern im 16. Jahrhundert aufgezwungen wurden, in Wirklichkeit ist es aber so, dass jeder dieser Heiligen für einen Mayagott steht. Die Leute beten, dazu machen sie Trinkrituale mit Posh, einer Art Zuckerrohrschnaps, sie reinigen sich und ihre Kinder mit Hilfe von Hühnern, die auch lautstark gackern. Auch die Gebete sind eine Art Singsang...es ist kaum zu beschreiben, ich glaube, man muss es gesehen, gehört und gerochen haben...
Danach sind wir dann noch in eine Familie gefahren, was mit Sicherheit eine gestellte Situation war. Aber wir durften hier die frisch gebackenen Tortillas kosten, die Frauen wollten natürlich auch ihre Webarbeiten an den Mann und die Frau bringen, aber wir durften hier Fotos machen, was ansonsten in den Dörfern nicht erlaubt ist, hier kommt eines von einer der kleinen Mädels...so unglaublich süss mit diesen riesigen Augen!!

Alles in allem lässt sich sagen, dass die Menschen da unter sehr einfachen Bedingungen leben, und ich hab mir mal wieder gedacht, dass wir in Deutschland doch auf einem sehr hohen Niveau jammern. Wenn man das so sieht, da wird man zum Teil ganz still!
5.4.06 03:25


La primera vez

So, mir ist aufgefallen, dass es ein Menge Dinge gibt, die ich in Mexico zum ersten Mal in meinem Leben gesehen, gegessen, gemacht habe...hier kommen sie:

. . . ein Baby auf die Welt gebracht
. . . Mezcal getrunken
. . . im Pazifik geschwommen
. . . ein Krokodil in freier Wildbahn gesehen
. . . Kaugummi mit Kardamongeschmack gekaut
. . . einen Joint geraucht
. . . eine ganze Nacht in einer Klinik verbracht
. . . Schildkröten beim Sex beobachtet
. . . Salsa getanzt
. . . Delfine gesehen und unter Wasser gehört
. . . aus einer Kokosnuss getrunken, in einer Hängematte liegend
. . . um Preise gehandelt
. . . einen Affen im Urwald gesehen
. . . Harnblasenkatheter geschoben
. . . alleine gereist
. . . einen Mexicaner geküsst
. . . echtes mexicanisches Essen gegessen (und gemerkt, dass das in Deutschland Fake ist...)
. . . einen riesigen Leguan gesehen
. . . wegen meiner Hautfarbe angestarrt zu werden
. . . von kleinen Kindern angebettelt zu werden
. . . die erste Assistenz in einer Sectio
. . . in einer U-Bahn zu fahren, in der von aussen ordentlich nachgestopft wird, damit mehr reingeht

. . . a continuara
5.4.06 20:14





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